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Indirekte Beleuchtung mit LED: 7 Ideen für blendfreies Licht zum Selberbauen

Kurz gesagt: Für eine indirekte Beleuchtung brauchen Sie einen LED Streifen, ein passendes Netzteil und meist ein Aluprofil, das die Lichtpunkte verdeckt. Das Licht strahlt gegen Decke oder Wand und kommt von dort weich und ohne Blendung in den Raum zurück. Für Stimmungslicht reichen 300 bis 600 Lumen pro Meter, als Grundbeleuchtung in einer Lichtvoute sollten es 800 Lumen pro Meter oder mehr sein. In Wohnräumen passt warmweißes Licht mit 2700 bis 3000 Kelvin.

Auf dieser Seite finden Sie sieben typische Einsatzorte, welcher Streifen jeweils passt, und eine Anleitung in fünf Schritten. Alle Werte stammen aus den technischen Daten der Produkte, die wir selbst verkaufen.

Was ist indirekte Beleuchtung?

Bei indirekter Beleuchtung sehen Sie die Lichtquelle nicht. Der LED Streifen sitzt hinter einer Leiste, über einem Schrank oder in einer Nut und leuchtet eine Fläche an. Erst diese Fläche verteilt das Licht im Raum.

Direktes Licht wirft harte Schatten und kann blenden. Indirektes Licht ist weicher, lässt Räume höher oder breiter wirken und eignet sich gut als zweite Lichtebene neben Deckenleuchte oder Spots. Zum Lesen oder Kochen reicht es allein selten aus.

Welcher LED Streifen eignet sich für indirekte Beleuchtung?

Die Wahl hängt davon ab, ob das Licht nur Stimmung macht oder einen Raum ausleuchten soll, und ob Sie ein Netzteil verstecken können. Diese Varianten haben wir im Sortiment:

Variante Spannung Lichtstrom Gut für
SMD Streifen, 60 LEDs/m, 5 W/m 12 V ca. 540 lm/m Stimmungslicht, Regal, Bett, TV-Wand
COB Streifen, 8 W/m, CRI 90 12 V ca. 660 lm/m Voute und Spiegel, keine sichtbaren Lichtpunkte
SMD Streifen, 600 LEDs auf 5 m, 48 W 12 V ca. 840 lm/m Grundlicht aus der Voute, Küche
COB Streifen, 50 W auf 5 m, Ra > 90 12 V ca. 900 lm/m Helle Deckenvoute, Deckensegel
Streifen mit Netzstecker, 6 bis 10 W/m 230 V je nach Modell Lange Strecken ohne Netzteil, auch außen
Lichtschlauch Ø 13 mm 230 V deutlich weniger als Streifen Konturen, Außenbereich, robuste Montage

Der Streifen, den unsere Kunden für indirektes Licht am häufigsten bestellen, ist der warmweiße 12-V-Streifen auf Wunschlänge mit 5 Watt und rund 540 Lumen pro Meter. Wir fertigen ihn zwischen 5 cm und 800 cm, er ist 8 mm breit, 3 mm flach und selbstklebend. Wer auf die Decke schaut und keine Lichtpunkte sehen will, nimmt die COB-Version mit 320 Chips pro Meter. Einen Überblick gibt unser komplettes Streifen-Sortiment.

Wie viel Lumen pro Meter brauche ich?

Für reines Akzentlicht hinter dem Fernseher, am Bettkopfteil oder im Regal genügen 300 bis 600 Lumen pro Meter. Soll eine Lichtvoute den Raum am Abend allein ausleuchten, planen Sie 800 bis 1000 Lumen pro Meter ein, denn ein Teil des Lichts bleibt an Decke und Wand hängen.

Dunkle oder strukturierte Flächen schlucken mehr Licht als eine glatte weiße Decke. Wenn Sie unsicher sind, wählen Sie lieber den helleren Streifen und dimmen ihn herunter. Wie viel Licht ein ganzer Raum braucht, rechnet unser Lumen-Rechner für Sie aus.

Welche Lichtfarbe passt?

In Wohnzimmer und Schlafzimmer wirkt Warmweiß mit 2700 bis 3000 Kelvin gemütlich und passt zu Holz und Textilien. Unsere warmweißen Streifen von 2400 bis 3000 K decken diesen Bereich ab.

In Küche, Bad und Arbeitszimmer sieht man mit Neutralweiß (4000 K) Farben und Details besser. Hinter einem Fernseher ist 6500 K sinnvoll, weil Bildschirme auf diesen Weißpunkt kalibriert sind. Wer sich nicht festlegen will, greift zu einem Multiwhite-Streifen (2700 bis 6000 K) mit passendem Funk-Controller.

12 V, 24 V oder 230 V?

Für die meisten Projekte in Innenräumen ist 12 V die beste Wahl. Die Streifen sind flach, lassen sich in kurzen Abständen kürzen und sind als Schutzkleinspannung auch in Möbeln und im Bad unkritisch. Ein 12-V-Streifen sollte allerdings nicht mehr als 5 m am Stück von einer Seite gespeist werden, sonst wird das Ende sichtbar dunkler. Bei längeren Strecken speisen Sie an beiden Enden oder in der Mitte ein.

24-V-Systeme führen bei gleicher Leistung nur den halben Strom und vertragen daher längere Strecken. Unsere Funk-Controller arbeiten mit 12 V und 24 V.

230-V-Streifen brauchen kein Netzteil. Sie werden fertig mit Netzstecker geliefert und lassen sich je nach Modell alle 0,5 m oder alle 1 m kürzen. Das lohnt sich bei langen Läufen, etwa einer Voute rund um ein ganzes Wohnzimmer. Die Varianten finden Sie bei den anschlussfertigen 230-V-Streifen mit Netzstecker. Was beim Dimmen dieser Bänder zu beachten ist, steht im Ratgeber zum 230-V-Band mit Stecker.

7 Ideen für indirekte Beleuchtung

1. Lichtvoute an der Decke

Die Voute ist der Klassiker: Eine Stuck- oder Trockenbauleiste läuft knapp unter der Decke um den Raum, der Streifen liegt oben auf der Leiste und strahlt die Decke an. Halten Sie zwischen Streifen und Decke mindestens 10 cm Abstand, damit sich das Licht verteilt und kein heller Streifen direkt über der Leiste entsteht. Hier lohnt ein COB-Streifen, weil sich die einzelnen LEDs sonst an der Decke abzeichnen können. Als Grundlicht nehmen Sie 800 Lumen pro Meter oder mehr.

Eine Voute lässt sich auch nachträglich anbringen: Stuckprofile aus Polyurethan werden an die Wand geklebt, ohne dass die Decke geöffnet werden muss.

2. Deckensegel

Ein abgehängtes Deckensegel bekommt den Streifen rundum auf die Oberseite des Randes. Das Licht fällt auf die Rohdecke und das Segel scheint zu schweben. Bei einem Segel mit 2 x 3 m kommen Sie schnell auf 10 m Streifen, also zwei Einspeisungen bei 12 V oder ein 230-V-Streifen am Stück.

3. Wand und TV-Wand

Für eine Wand mit Struktur, etwa Holzlamellen oder Naturstein, setzen Sie den Streifen oben oder unten in ein Profil, damit das Licht flach über die Oberfläche streift. Hinter dem Fernseher klebt der Streifen direkt auf die Geräterückseite oder auf eine Leiste der Wandhalterung. 300 bis 500 Lumen pro Meter genügen, mehr blendet beim Fernsehen.

4. Hinter dem Spiegel und im Bad

Ein Streifen rund um die Rückseite eines Spiegels, der 2 bis 3 cm von der Wand absteht, erzeugt einen Lichtrahmen ohne sichtbare Leuchte. Für das Bad nehmen Sie mindestens IP44, im Spritzbereich besser einen Streifen mit IP64 oder IP65, und bleiben bei 12 V. Wer sich am Spiegel schminkt oder rasiert, wählt Neutralweiß mit hohem Farbwiedergabeindex, zum Beispiel einen COB-Streifen mit CRI 90.

5. Küche unter den Hängeschränken

In der Küche soll das Licht vor allem auf die Arbeitsfläche. Ein Eckprofil unter der Vorderkante des Hängeschranks richtet den Streifen um 30 Grad schräg zur Wand und Arbeitsplatte, so schauen Sie beim Schneiden nicht in die LEDs. Hier passen Neutralweiß und rund 800 Lumen pro Meter.

Querschnitt eines LED Eckprofils mit 30 Grad Abstrahlwinkel unter einem Hängeschrank
Das Eckprofil TYP C lenkt das Licht im 30-Grad-Winkel nach unten und verdeckt den Streifen.

6. Treppe

An der Treppe sitzt der Streifen unter der Vorderkante jeder Stufe oder seitlich in einer Nut in der Wand. Das Licht fällt auf die nächste Trittfläche, die Kante bleibt gut sichtbar und niemand wird geblendet. Mit einem Bewegungsmelder schaltet sich das Licht nur ein, wenn jemand die Treppe benutzt. Für einzelne Stufen ohne Stromanschluss gibt es batteriebetriebene Streifen mit integriertem Sensor. Mehr Beispiele zeigen unsere Ideen für die Treppenbeleuchtung.

Außentreppe mit LED Streifen unter jeder Stufe bei Nacht
LED Streifen unter den Stufenkanten: Jede Trittfläche ist beleuchtet, die Lichtquelle bleibt unsichtbar.

7. Schlafzimmer und Bettkopfteil

Hinter einem Kopfteil oder unter dem Bettrahmen reichen 300 bis 500 Lumen pro Meter in Warmweiß (2700 K). Wichtig ist hier ein Dimmer: Abends soll das Licht nur noch glimmen. Eine Funkfernbedienung am Nachttisch spart den Weg zum Schalter.

Wann brauche ich ein Aluprofil?

Ein Profil ist kein Muss. Es verdeckt aber die Lichtpunkte mit einer milchigen Abdeckung und führt die Wärme vom Streifen ab, was bei hellen Streifen ab etwa 8 W pro Meter die Lebensdauer verlängert. Für Streifen bis 10 mm Breite führen wir drei Bauformen:

Alle Profile gibt es in Weiß, Silber und Schwarz. Die Übersicht finden Sie bei unseren Aluprofilen mit Diffusor-Abdeckung.

COB LED Streifen in Warmweiß auf weißem Hintergrund
COB Streifen haben eine durchgehende Leuchtfläche. An der Decke zeichnen sich keine einzelnen Lichtpunkte ab.

Lichtschlauch oder LED Streifen?

Ein 230-V-Lichtschlauch ist robust, rund und wird mit Clips befestigt. Er eignet sich für Konturen, Balkone und Gartenmauern. Für eine Voute oder ein Deckensegel ist er meist zu schwach, denn ein Streifen bringt pro Meter deutlich mehr Licht und lässt sich feiner dimmen. Unser Schlauchsystem von Kanlux mit 13 mm Durchmesser, Verbindern und Endkappen deckt die Fälle ab, in denen ein Schlauch die bessere Wahl ist. Was er kann, erklärt der Ratgeber zum Lichtschlauch.

Indirekte Beleuchtung selber bauen in 5 Schritten

Am Beispiel einer 4 m langen Voute im Wohnzimmer mit einem warmweißen 12-V-Streifen:

  1. 4 m Voute als Stimmungslicht: 5 W und 540 Lumen pro Meter reichen. Für Grundlicht nehmen Sie den 600-LED-Streifen mit rund 840 Lumen pro Meter.
  2. 4 m mal 5 W ergibt 20 W. Rechnen Sie 20 Prozent Reserve dazu, dann landen Sie bei 24 W.
  3. Ein 24-W-Steckernetzteil passt genau. Wird es in einem Schrank oder hinter einer Verkleidung verbaut, achten Sie auf die Zulassung für den Möbeleinbau. Die Auswahl steht bei unseren 12-V-Netzteilen für den Möbeleinbau.
  4. Untergrund entfetten, Streifen an den markierten Schnittstellen kürzen und das Klebeband andrücken, am besten im Profil. Ecken und Unterbrechungen überbrücken Sie mit Schnellverbindern oder Eckverbindern ohne Löten.
  5. Zwischen Netzteil und Streifen kommt ein Funk-Dimmer. Der Funk-Controller für einfarbige Streifen verträgt bis 10 A, also 120 W bei 12 V, und steuert vier Zonen. Prüfen Sie vor dem Verkleiden, ob der Streifen bis zum Ende gleich hell leuchtet.

Weitere Steuerungen, Wandregler und Fernbedienungen finden Sie bei unseren Funk-Dimmern und Fernbedienungen.

Häufige Fragen zur indirekten Beleuchtung

Wie viel Abstand braucht indirekte Beleuchtung zur Decke?

Mindestens 10 cm zwischen Streifen und Decke. Je größer der Abstand, desto gleichmäßiger verteilt sich das Licht. Bei sehr kleinem Abstand entsteht ein heller Strich direkt über der Leiste.

Kann man indirekte Beleuchtung nachträglich an der Decke anbringen?

Ja. Am einfachsten geht das mit Stuckleisten, die an die Wand geklebt werden, oder mit einem Aufbauprofil. Ein 12-V-Streifen mit Steckernetzteil braucht keine neue Leitung in der Decke.

Brauche ich einen Elektriker?

Für Streifen mit Steckernetzteil oder für 230-V-Streifen mit Netzstecker nicht. Soll das Netzteil fest an die Hausinstallation oder an einen Wandschalter angeschlossen werden, gehört das in die Hände einer Elektrofachkraft.

Welche Lichtfarbe ist für indirekte Beleuchtung im Wohnzimmer richtig?

Warmweiß mit 2700 bis 3000 Kelvin. Kälteres Licht wirkt an großen Deckenflächen schnell ungemütlich.

Wie viel Strom verbraucht eine indirekte LED Beleuchtung?

Ein 4 m langer Streifen mit 5 W pro Meter nimmt 20 W auf. Drei Stunden am Tag ergeben knapp 22 kWh im Jahr. Bei einem angenommenen Strompreis von 35 Cent pro kWh sind das rund 7,70 Euro.

Kann man jeden LED Streifen dimmen?

Unsere 12-V-Streifen sind dimmbar, wenn ein passender Dimmer oder Controller zwischen Netzteil und Streifen sitzt. 230-V-Streifen dimmen Sie über einen externen Dimmer, der für LED geeignet ist.

Sie planen ein größeres Projekt oder sind sich bei Netzteil und Länge unsicher? Schreiben Sie uns über die Kontaktseite mit Maßen und Raum, wir stellen Ihnen die passenden Teile zusammen.